Was ist aus den Interpreten von damals geworden?
Was machen die Leute heute?



Ute & Friedemann Rink, 2009

Ute & Friedemann Rink

Im Zuge der Familienvergrößerung siedelte man sich Anfang der 80-er Jahren mit "Sack und Pack" in Bergneustadt an. Die Kontakte in die Siegerländer Heimat rissen aber nie ab. Der Kindersegen führte zur Gründung der "Rink Family", die bundesweit bekannt geworden ist für anspruchsvolle und mitreißende Konzerte und CDs für Kinder. Zwei der Töchter plus eine ihrer Cousinen hatten als "Sharona" eine steile Karriere begonnen, aber als die zweite CD erschien, waren die Damen schon in alle Herren Länder verstreut… Der ehemalige Pianist Gerd Moos leitete lange Jahre einen regional sehr bekannten Gospelchor und widmete sich danach dem Jazz-Projekt "Vocal Journey". Sein Nachfolger an den Keyboards - Eberhard "Ebi" Rink (der jüngste Bruder von Friedemann Rink) - hat sich mit zahlreichen musikalischen Projekten in der frommen Musikszene einen Namen gemacht. Als Pianist und Sänger ist er einer der begehrtesten Studiomusiker der Szene, seine Frau Carola singt bei der Formation "Die Mütter" mit. Ebi und Carola treten auch oft gemeinsam auf (www.rink-music.de). Alles zu den "älteren" Rinks (der "Rink Family") findet sich im Internet (www.die-rinks.de).



Werner Hucks, 2004

Werner Hucks
Seit einigen Jahren in einem malerischen alten Haus in der Siegener Altstadt wohnend hat sich Werner Hucks lokal stark in der Jazz-Szene engagiert und etabliert. Allerdings ist die lokale Gitarreroszene ganz gut bestückt, so dass man immer mal wieder auch in Trios oder Quattros auftritt (doppelt hält besser...). Mehrere Jahre lang spielte er in Duisburg beim Musical "Les Miserables" und war beim Musical "Elisabeth" im Essener "Kolloseum" engagiert. Nach längerer Pause erschien Anfang 2004 wieder eine neue CD von ihm, die zwar offiziell in einer CD-Reihe veröffentlicht wurde, sich aber nahtlos in die 7+1 bisherigen Produktionen einfügt. "+1" meint die CD "Tanz der Saiten", auf der sich die Gitarristen Lothar Kosse, Peter Schneider, Frieder Jost und Werner Hucks mit eigenen Kompositionen und Arrangements vorstellen. In 2006 veröffentlichte Werner Hucks seine 8. "echte" Produktion mit dem Titel "Saiten-Reise", in 2012 würdigte er einen besonderen persönlichen Anlass mit der CD "Werner Hucks 50+". Mehr über Werner Hucks unter www.werner-hucks.de.



Hartmut Nitsch

Hartmut Nitsch
... war nach der Zwischenstation Berlin einige Jahre mit seiner großen Familie wieder im Siegerland gelandet. Zunächst verdiente er seine Groschen (heute müsste man wohl Cents sagen...) als Gemeinde-Jugendpfleger in Wilnsdorf (er hat schließlich mal in Siegen Sozialpädagogik studiert!), danach machte er sich selbständig als 'gerichtlicher Betreuer'. Musikalisch wirkte er als einer der "Worship-Leader" in einer amerikanisch geleiteten Gemeinde in Siegen. Dort startete er in 2006 auch ein Gospelchor-Projekt. In 2007 veröffentlichte Hartmut Nitsch die CD "Türen gehen auf", deren Erlös soziales Engagement unterstützt (www.tueren-gehen-auf.de). In 2011 erschien die Produktion "grenzenlos", diesmal zugunsten der Organisation "Open Doors", die verfolgte Christen in aller Welt unterstützt. Zum Lesen sehr zu empfehlen ist der biographische Text von Hartmut Nitsch, der exklusiv hier in der WebSite in voller Länge hinterlegt ist:

Bericht von Hartmut Nitsch.



Jan Vering: "Ich habe einen Traum", 2009

Jan Vering
"Ich habe einen Traum" hieß eine der LPs von Jan Vering. Das Leben und Wirken von Martin Luther King war das Thema dieser LP. 23 Jahre später, am 25.02.2009, erlebte dieses Werk eine Neuaufführung im Siegener Apollo-Theater, an dem Jan Vering als Musikdramaturg und rechte Hand des Intendanten arbeitet. Zusammen mit dem Vokalensemble TonArt, dem Cellisten Dorian Rudnytzky, den Keyboardern Hartmut Sperl und Marc Heilmann und dem Drummer Florian Schnurr entstand eine aktualisierte Fassung, untermalt mit zahlreichen akustischen und visuellen Originalaufnahmen. Das erste Konzert war in wenigen Tagen ausverkauft, ebenso das Schülerkonzert am folgenden Tag. Ein Zusatzkonzert wenige Wochen später im Rahmen der "Apollo-Biennale" war ebenfalls schnell ausverkauft, so dass kurzfristig ein weiteres Konzert als Abschluss der Biennale angesetzt wurde. Insgesamt wurde das Werk fast vierzig Mal (!) vor stets ausverkauftem Haus aufgeführt. "Ich habe einen Traum" ist als CD wiederveröffentlicht worden von Abakus (www.abakus-musik.de). Infos finden sich unter www.apollosiegen.de.



Rolf Sprave, 2004

Rolf Sprave
Er verschwand irgendwann Mitte der 80-er Jahre von der Bildfläche in Richtung Norddeutschland und ward nicht mehr gesehen... bis er sich im April 2004 per eMail aus Hannover meldete. Seinerzeit war er beruflich in Sachen "betriebliche Altersversorgung" aktiv, danach hat er sich mit Internet (CMS-Systeme) beschäftigt. Er ist wieder verschwunden…



Dieter Falk / Dr. Folker Albrecht
Dieter Falk lässt sich gelegentlich mal in seiner alten Heimat blicken, aber seine musikalischen Aktivitäten finden auf einem größeren Terrain statt (www.falkmusic.de). Die Mitwirkung bei der TV-Serie "Popstars" verlieh seiner Popularität einen nachhaltigen Schub. Mit dem Werk "Die 10 Gebote" setzte Dieter Falk im Januar 2010 neue Akzente im Bereich der christlichen Popmusik. Besonders erwähnenswert ist seine dritte CD "A tribute to Paul Gerhardt", die ihn als reifen und souveränen Musiker präsentiert, der "zeitlose Musik" interpretieren kann. Dieser CD folgten 2 CDs, die er mit seinen Söhnen Max und Paul aufnahm. Folker Albrecht (Bassist von Arno & Andreas) schmückt sich inzwischen mit dem Titel "Doktor". Er arbeitete längere Zeit als Dozent an der Uni Siegen und ist nun als Lehrer im angrenzenden Hessenland tätig. Seine langen Haare trägt er immer noch mit Stolz und Musik machen tut er auch immer noch reichlich, derzeit in den Bands "Soul Affair" (www.soul-affair.de), "Satin Blue" (www.satinblue.de) und bei "Judith Adarkwah & Friends".



Damaris Joy
Auch nach dem (erneuten) Ende der Band im Juli 2005 sind die Musiker in der Gegend präsent. Helmut Jost (www.helmutjost.de) hat seine Projekte "Gospelfire" (www.helmutjost-gospelfire.de) und "Helmut Jost & friends" gestartet, bei denen auch Frieder Jost mitwirkt. Zu "Basti's" Projekten gehört "Acoustic Soul" (www.acousticsoul.de) Frank Röcher betreibt ein Studio mit angegliedertem PA-Verleih (www.hifivestudios.de). Die Gebrüder Wahler waren und sind in verschiedenen lokalen Musik-Projekten musikalisch aktiv. Hans-Martin Wahler wirkt zudem als Tontechniker bei "Gospel Convention" (www.gospelconvention.de) mit und sorgt bei vielen Veranstaltungen für "den guten Ton"



Martin Varnholt Band, 17.12.2000

Cheerful Message
Exakt 10 Jahre lang war diese Band aktiv. Nach 1990 widmeten sich die (Familien-)Mitglieder der Band anderen Projekten und arbeiteten zum Teil in säkularen Bands. Auch die Technik(er) aktivierten sich eigenständig, speziell Jens von Heyden, der lange Jahre einen großen PA- und Lichtverleih geleitet hat (Trendco). Aktuell ist die Formation "Martin Varnholt Band", die jedoch - anders als es der Name vermuten lässt - ausschließlich Praise-Songs spielt und sich eigenkreativ diesem Genre widmet. Der gesamte Varnholt-Clan (fünf an der Zahl, exklusive eine der Damen) wirkte bis 2009 in dieser Band mit (www.martinvarnholt.de), die sich einer amerikanisch geleiteten Gemeinde in Siegen angeschlossen hatte.



Eternity / No Limit
Nach Köln, Düsseldorf und München hat es einige der Musiker dieser Band(s) verschlagen. Volker Nies spielte einige Jahre in der Cover-Band "Hotline" in München, hat sich dort aber verabschiedet, um wieder im christlichen Musikbereich aktiv zu werden. Ende 2007 veröffentlichte seine neue Formation "between voices", zu der übrigens auch die Ex-Six2Nine-Sängerin Simone Hees gehört, eine Demo-CD. Der "3. Mann" heißt Dieter Binder. Hier ein Bild von der Rückseite der Demo-CD:

Between Voices: Dieter Binder, Simone Hees, Volker Nies

Dr. (...!) Boris Becker arbeitet als Musikpädagoge und -wissenschaftler in Düsseldorf und war im Siegerland öfters als Percussionist für die Formation "Brother Act" aktiv. Bassist Matthias Gräb ist Profimusiker geworden und kann sich über Arbeit nicht beklagen - u.a. spielt er mit Frieder Jost, Sebastian Cuthbert und Dirk Benner (Ex-AOL) in der Cover-Band "Sugar & Spice". Keyboarder Stefan Weyel (www.stefan-weyel.de) ist ebenfalls Profi und arbeitet überwiegend als Produzent und Arrangeur, live ist er bei Satin Blue zu hören (www.satinblue.de). Drummer Oliver Reifenrath hat die Schießbude in die Ecke gestellt, ist aber weiterhin als Singer / Songwriter aktiv. Er arbeitet jetzt als Finanzberater. Hajo Menges, Achim Müller und Karsten Naujoks von der Eternity-Besetzung haben die Instrumente an den Nagel gehängt.

In 2008 hat sich jemand mal auf die Spuren der Band im Internet gemacht. Hier die Ergebnisse:

Blog-Eintrag von Ulrich Müller

No Limit: "kleine Welt", 1991 Eternity, "Eternity II", 1987

Übrigens: Die 1991 veröffentlichte CD/MC "kleine Welt" von "No Limit" ist wieder als MC für einen symbolischen Betrag käuflich erwerbbar! Einfach mal im Shop nachschauen... ;-)



Anastasis / Avocado
Ja, es gibt sie noch immer, diese Band. Zwar gibt es keine Konzerte, aber es wird immer noch regelmäßig geprobt (Therapie ist alles...). Verschiedene Umbesetzungen haben dazu geführt, dass man sich mehr auf Projekte konzentriert. Die Truppe um Dr. (!) Henning Klöckner herum tritt derzeit mit einer rockigen Ausgabe von Praise- und Worship-Songs im lokalen Gemeindeumfeld auf. Bassist und Songwriter Jo Hering ist musikalisch nur noch gemeindeintern aktiv, ansonsten steht er öfters am Mischpult der Grunge-Band seiner beiden Söhne. Rockmusik kann tatsächlich die Generationen zusammen bringen! Früher wäre so etwas undenkbar gewesen...



Island of Wind / Baustein / Jordan Wells Band
Die letzte große Umbesetzung führte auch zu einer Umbenennung der Band. Die "Jordan Wells Band" setzt sich nun aus alt- und junggedienten Rockern der Siegerländer Szene zusammen - und macht echt gute Musik. Allerdings muss man Uli Metzgers Vorlieben zu gitarristisch besonders betonten musikalischen Vorbildern bluesiger und härterer Gangart teilen... Die Band hat mehrere CDs veröffentlicht und tritt sehr gerne bei Biker-Treffen auf (www.jordan-wells-band.de).



Harmony Academy, 04.04.2004

Harmony Academy
Es war ruhig geworden um dieses besondere Gesangsquartett, das sich stilistisch dem stilechten Barbershop verschrieben hatte (und auch vor Madrigalen und viktorianischen Gesangssätzen nicht Halt machte...). In 2000 gab es leise Bestrebungen, musikalisch wieder mehr in Erscheinung zu treten. Diese Bemühungen wurden jedoch im Spätherbst 2000 tragisch zerstört, als einer der Sänger (Bertram Krieger) eine Gehirnblutung erlitt und nach kurzer Zeit verstarb. Aber im Mai 2003 wurde es dann offiziell: "The Harmonys" are back in town! 2008 gab es ein großes Jubiläumskonzert, dann eine Umbesetzung – und wieder mehr Konzerte. In 2014 stieg Karl-Friedrich Wahler ein für Klaus Stein (www.harmony-academy.de).



Calvary Triumph
Die meisten Mitglieder dieser schon in den 80-er Jahren aufgelösten Band sind heute noch musikalisch aktiv. Teilweise haben sich neue Formationen im Umfeld gebildet, die gemeindebezogen arbeiten.



Sacred Sounds of Gass

Sacred Sounds of Grass
Lange nicht mehr gesehen, aber immer noch aktiv. Die Gebrüder Hain gehören inzwischen weltweit zu den "Cracks" dieses Musikgenres. Sie sind gerne gesehene Gäste auf den einschlägigen Festivals. Und dass man selbst traditionelle Weihnachtslieder vollständig im Bluegrass-Stil spielen kann, das demonstrierten die "Hain-Brothers" eindrucksvoll sogar auf CD (www.sacredsoundsofgrass.de – die WebSite lässt noch auf sich warten bzw. man landet direkt bei Thilo Hain). "SSOG" taucht in der letzten Zeit erfreulicherweise wieder öfters in der christlichen Musiklandschaft auf.



SaBoo
Die lokale Musikszene hat indirekt von der Auflösung dieser Band profitiert. "Cover Crew", "Soul Affair" und "Middle of the Hees" (alles Cover-Bands) sind einige der Formationen, in denen heute Leute von SaBoo spielen. Der Keyboarder ist übrigens beim Finanzamt in Siegen beschäftigt (iiiiihhhh pfui) - als Ausgleich engagiert er sich nebenberuflich intensiv im Missionswerk Neues Leben. Immerhin. Der Leadsänger hatte lange Zeit die Gitarre an den Nagel gehängt und nur noch in der Badewanne gesungen, aber es verdichten sich die Hinweise, dass auch er (musikalisch) wieder rückfällig geworden ist...



Dimanche
Dimanche war damals im Grunde genommen nur eine Person, und die heißt auch heute noch Andreas Schuss. Und der spielt heutzutage jedes Jahr 200 Konzerte mit Panflöte, Harfe und Keyboards. Viele dieser Konzerte finden in einem kirchlichen / gemeindlichen Umfeld statt. (www.andreas-schuss.de). Andreas Schuss ist nicht nur alleine unterwegs, sondern - je nach Programm – als "Windwood & Co." mit unterschiedlichen Musikern zu hören.



Pitch & Toss / Grace
Aus dem Umfeld dieser Bands ist das Studio "HiFive" (www.hifivestudios.de) entstanden, das mit Frank Röcher als Chef-Soundingenieur mittlerweile zu einer der angesagten Adressen avanciert ist. Die Prominenz der Szene lässt sich des öfteren in Eisern (so heißt der malerisch an einer großen Autobahnbrücke gelegene Stadtteil Siegens) blicken. Nicht zu vergessen auch die "Klecks Rocknight", die über 15 Jahre lang christliche Konzerte präsentierte. Auch diese Veranstaltungsreihe hatte ihre Wurzeln im Umfeld von "Pitch & Toss" und "Grace". Last not least: Die Sängerin Claudia Roth war einige Jahre mit ihrer Formation "Soulful Voices" unterwegs und erfreute besonders zur Weihnachtszeit das Publikum mit außergewöhnlichen Interpretationen von "Weihnachtsklassikern".



Puzzle

Puzzle
In den Neunzigern waren Neugründungen von Bands eher selten. "Puzzle" war die erste dieser Bands. Nach einigen Auftritten, u.a. bei der Promikon-Musikmesse (damals noch am Rhein), löste sich die Band aber wieder auf und die Mitglieder widmeten sich anderen Projekten. Heute noch in der Region aktiv sind Rainald Thiemann, Liisa Wahler, Armin Seibel und Karsten Neumann. Und als "Gospel Convention" (www.gospelconvention.de) gegründet wurde, waren mit Liisa Wahler, Armin und Burkhard Seibel sogar wieder 3 "Puzzle's" gemeinsam aktiv! Gitarrist Peter Scheffel war in 2007 nach langen Jahren wieder in der Heimat zu hören mit dem hoch interessanten Projekt "Jampraiseband" von Martin, Marika und Moritz Varnholt.



Six To Nine | Six2Nine | 629
Seinerzeit ebenfalls als viel versprechende Band gestartet, war aber 1995 schon wieder Schluss. Das musikalische Konzept fand nicht den Anklang, den es benötigt hätte - und es war eben die Zeit, in der man als Band ohnehin kaum eine Chance hatte, sich ein Publikum zu erspielen. Ende 2000 fand man sich zu einem kleinen "Reunion-Konzert" in den Räumen der Freudenberger Musikfabrik wieder und obwohl man nur zweimal proben konnte, klang das Ergebnis äußerst passabel. Musikalisch war dies auf einmal hoch aktuell. Auch die Spuren von "Six To Nine" sind heute noch erkennbar: Schlagzeuger Andree Schmidt gründete in einer alten Manufaktur seine "Musik-Fabrik" (Musik- und Gospelschule), in der auch Leute wie Martin Stoeck, Matthias Gräb und Helmut Jost unterrichteten und in der das Projekt "Ijakka" und Gospelchor "Gospel Generation" (
www.gospel-generation.de) entstand. Andree Schmidt ist zudem reichlich als Live-Drummer aktiv. Patrick Wirth hat 2004 den Leadgesang in der neuen Band "Return" übernommen. Die Sängerin Simone Hees tauchte Ende 2007 in München wieder auf - sie gründete mit Ex-Eternity/No Limit-Mitglied Volker Nies die Band "between voices".



Ijakka

Ijakka
Leider auch schon wieder Geschichte ist die Hip-Hop-Formation "Ijakka", die sich nach 2 CDs im Frühjahr 2002 aufgelöst hat - mangels Erfolg. Zu wenig Konzerte "untermauerten" ein Projekt, das in erster Linie eigentlich ein Studioprojekt von Stefan Weyel (Ex-No Limit) war und dann erst zu einem Live-Act umgestaltet wurde. Der umgekehrte Weg scheint nach wie vor der bessere zu sein, gleichwohl hat Ijakka auch bemerkenswerte Erfolge verzeichnen können. Welche christliche Band hat schon mal auf der Popkomm gespielt? Eben: Ijakka!



Brother Act

Brother Act
Von 1994 gab es die offizielle Antwort auf "Sister Act" - eine fünfköpfige Vokalformation, die im "Jahr der Expo" ein größeres Feature dortselbst erhielten. Lokal ohnehin zum Möblement gehörend (auch bei kulturellen Anlässen), hat sich diese fünfköpfige "Boygroup" bundesweit ein treues Stammpublikum ersungen. Im November 2002 erschien die erste "richtige" CD mit dem Titel "Down To Earth" (u.a. mit extra geschriebenen Songs von Helmut Jost und Hans-Martin Wahler). Gaststar der CD war niemand Geringeres als Edwin Hawkins, mit dem "Brother Act" freundschaftlich verbunden ist. Besonders hörenswert im Live-Programm war ein Song mit lokalsprachlichem Kolorit - da blieb kein Auge trocken! Im Oktober 2004 feierte "BA" 10-jähriges Jubiläum mit zwei viel beachteten Konzerten im Siegener Kulturhaus "Lÿz". Dabei wurde auch eine Konzert-DVD aufgenommen. Am 26.04.2008 fiel im Siegener Apollo-Theater der "letzte Vorhang".



Ladypepper

Ladypepper
Als einen "gepfefferten Genre-Mix aus Musik, Dance und Comedy" charakterisierten die vier Damen ihr Programm, das musikalisch von Hip Hop über Majoy bis Pe Werner reichte, bewegungsmäßig Ausdrucks-, Street- und Jazzdance umfasste und in Sachen Comedy schlicht hieß: "Frommes und Freches für Sieger- und Ausländer". Leider währte die pfeffrige Epoche nicht sehr lange. Berufliche Werdegänge und familiäre Entwicklungen erwiesen sich als unüberwindbare Hürden für die Fortführung des überaus interessanten Projektes.



Ergänzung 1:

Doctrine Jesus

Aus "aktuellem Anlass" (angesichts der langen Zeiträume, die hier dargestellt werden) sei noch eine Notiz angefügt: Doctrine Jesus gehörte zu den Bands, die zur Zeit des Fietz-Teams als "kleine Schwester" dieser damals schon "großen" Band aktiv war (O-Ton Eberhard Jung). Fast 30 Jahre nach dem Ende der Band war Doctrine Jesus am 04.11.2000 beim "Rockforum" in der Stadthalle Betzdorf noch einmal in der Originalbesetzung live zu erleben. Und das war in mehrfacher Hinsicht ein echtes Erlebnis. Es war, als wäre die Zeit stehen geblieben: Die Original-Songs, der Original-Sound, teilweise "historische" Instrumente - sicherlich nichts für die Kids, die dann auch scharenweise den Saal verließen. "Wo ist die große Freiheit", "Wir tragen viele Masken", "Down by the riverside" - die Songs wurden exakt so gespielt wie vor 30 Jahren, authentisch sozusagen. Ganz hervorragend die Moderation des Leadsängers Eberhard Jung, der fesselnd die Geschichte der Band zu vermitteln wusste und die damalige Zeit wieder lebendig machte.

Besonders eindrücklich war die Schilderung von ihrem Auftritt bei den OAS in Siegen, in dem sie auf der Bühne von Problemen mit dem Glauben gesprochen haben und dafür regelrecht öffentlich "gesteinigt" wurden. Nach diesem Auftritt war die Band total "out", fand keinen Boden mehr und löste sich dann kurze Zeit später auf. Da drängt sich die Frage auf, ob diejenigen, die damals die großen Moralapostel waren, sich dieser folgenreichen Last aus der Vergangenheit bewusst sind und ob sie selbst ihren Maßstäben je gerecht werden konnten...?

Musikalisch war das Gebotene auch Original - man merkte durchaus, dass die meisten der alten (?) Herren seit Jahren nicht mehr aktiv Musik gemacht haben. Aber das war auch eigentlich nicht wichtig. Souverän wie immer Bassist Manfred Kessler, Deutschlands wohl kleinster Bassist (physisch gesehen) mit seiner Original WEM Bass-Anlage.

Fazit: Dies war eine der Bands, die für viele junge Siegerländer Bands Vorbild und Motivation gewesen ist, einen eigenen Weg zu finden. Sie waren in ihrer Zeit innovativ, sie haben Maßstäbe gesetzt, sie haben ihren Kampf gekämpft - und sind an einem bestimmten Punkt gescheitert. Aber damit haben sie auch die Türe ein klein wenig dafür geöffnet, dass Musikmachende Verständnis, Begleitung und Akzeptanz brauchen, so wie es später in der Zusammenarbeit von Dieter Weber und Damaris Joy in positivster Weise folgenreiche Realität geworden ist. Vielleicht war dieses "Türe öffnen" die wichtigste Pionierleistung von Doctrine Jesus.



Ergänzung 2:

Beat & Pop und Halleluja
Manfred Keßler war nicht nur das Bass-Spielens mächtig, er griff auch gerne zu Kiel und Feder - äh - in die Tastatur. In 2003 begann er mit einer umfangreichen Recherche zur Entwicklung der christlichen Musikszene im Siegerland und Westerwald in den 60-er, 70-er und 80-er Jahren (das Pendant der Serie zur Entwicklung der säkularen lokalen Musikszene ist in 2002 auf große Publikumsresonanz gestoßen). Im Herbst 2004 wurde die aus den Recherchen entstandene Artikelserie "Beat & Pop und Halleluja" in der Westfälischen Rundschau (Lokalteil Siegen) veröffentlicht und fand große Aufmerksamkeit. Manfred Keßler brachte nicht nur eine Menge interessanter Geschichten ans Tageslicht, sondern vermittelte auch viel von dem Pioniergeist, der viele Generationen junger Menschen bewogen hat, trotz vehementer Widerstände ihren eigenen Weg in Sachen Musik & Verkündigung zu suchen und zu finden. Jungen Musikern kann man diese Artikel wärmstens als Geschichtsunterricht empfehlen... ;-)

Manfred Keßler

Nachtrag: Manfred Keßler verstarb am 04.11.2008 an den Folgen eines Schlaganfalls. Beruflich war er Leiter des Ordnungsamtes in Betzdorf und damit 'oberster Knöllchenschreiber'... Sehr engagiert und kompetent war er auch in Sachen Naturschutz. Seine besondere Liebe galt den 'Knasties', die er über viele Jahre hinweg mit Musikgruppen in den JVA's besuchte, um dort musikalische Gottesdienste zu gestalten.